Themen
- meine Schulbildung, meine Pläne
- das Schulsystem in der Tschechischen Republik und in den deutschsprachigen Ländern
- allgemeine Bildung und Fachbildung
- das Studium der Fremdsprachen und ihre Bedeutung; meine Sprachkenntnisse (lesen, schreiben, sprechen, verstehen – Muttersprache, sehr gut, gut, Grundkenntnisse)
- unsere Schule
Das Schulwesen
Das Schulwesen ist die organisierte Struktur der Ausbildung, Bildung und Erziehung in einem Land; es ist ein Spiegel (odraz) der Schulpolitik der Regierung. Die Organisation des Schulwesens entwickelt und ändert sich im Zusammenhang (souvislost) mit der Entwicklung der Gesellschaft. In der primitiven Gesellschaft gab es keine Schule, denn die nützlichen Kenntnisse lernte man gleich in der Familie. In der modernen Gesellschaft dient das Schulwesen dazu, das kulturelle Niveau der Gesellschaft zu erhalten und zu entfalten.
Das tschechische Schulsystem
- Die Kinderkrippen sind für Kinder bis drei Jahre; sie gehören nicht unter das Schulministerium.
- Die Kindergärten sind für Kinder von drei bis sechs Jahren dnes je poslední rok před nástupem do školy povinný.
- Alle Kinder müssen die Grundschule besuchen – das ist die Schulpflicht (neun Jahre). Die Grundschule besuchen die Kinder von sechs oder sieben bis vierzehn oder fünfzehn Jahren. Sie teilt sich in zwei Stufen: Zur Unterstufe gehören die erste bis fünfte Klasse, zur Oberstufe die sechste bis neunte Klasse ve skenu chybně 1.–4. a 5.–9.; to platilo dříve. Es gibt auch Klassen mit erweitertem Sport-, Mathematik- oder Sprachunterricht und Schulen für Kinder mit Behinderungen.
- Nach der Grundschule können die Schüler eine Mittelschule besuchen. Sie dauert vier Jahre und endet mit dem Abitur (maturita). Die Mittelschulen sind entweder Gymnasien oder Fachschulen. Das Gymnasium bereitet auf das Studium an der Hochschule vor; es gibt auch achtjährige und sechsjährige Gymnasien, die man schon nach der fünften oder siebten Klasse der Grundschule besuchen kann. Fachschulen gibt es viele: technische, wirtschaftliche (Handelsakademien), medizinische (für Krankenschwestern), pädagogische, landwirtschaftliche und künstlerische (Konservatorium, Kunstgewerbeschule).
- Die Berufsschulen (učiliště) dauern zwei bis drei Jahre und enden mit dem Lehrbrief (výuční list), ohne Abitur. Sie bereiten auf verschiedene Berufe vor. Wer danach das Abitur machen will, kann ein zweijähriges Aufbaustudium (nástavba) absolvieren.
- Nach dem Abitur kann man an einer Hochschule, einer Universität oder einer höheren Fachschule studieren. Das Studium hat einen Bachelor- (drei Jahre) und einen Master-Abschluss (zwei weitere Jahre), dann kann man den Doktor machen.
- Die älteste Universität Mitteleuropas ist die Karlsuniversität in Prag, die 1348 von Karl IV. gegründet wurde. Sie hat viele Fakultäten: die philosophische, medizinische, juristische, pädagogische, theologische, naturwissenschaftliche, mathematisch-physikalische, sozialwissenschaftliche und die Sportfakultät. In Prag gibt es außerdem die Technische Hochschule (ČVUT), die Wirtschaftsuniversität, die Hochschule für Chemie und Technologie, die Landwirtschaftliche Universität und die Kunsthochschulen (AMU, UMPRUM). Andere Universitäten sind die Masaryk-Universität in Brünn, die Palacký-Universität in Olmütz, die Westböhmische Universität in Pilsen, die Südböhmische Universität in Budweis u. a.
Das Schuljahr beginnt am 1. September und endet am 30. Juni. Es gibt Herbst-, Weihnachts-, Halbjahres-, Frühjahrs- (jarní), Oster- und Sommerferien (Juli und August). Die Noten sind von 1 (výborně) bis 5 (nedostatečně).
Das Abitur
Das Abitur besteht aus einem staatlichen und einem schulischen Teil. Im staatlichen Teil macht man einen didaktischen Test in Tschechisch und in einer Fremdsprache oder in Mathematik. Im schulischen Teil schreibt man Aufsätze in Tschechisch und in der Fremdsprache und legt mündliche Prüfungen ab. Bei der mündlichen Prüfung zieht man ein Thema, bereitet sich etwa eine Viertelstunde vor und spricht dann vor der Prüfungskommission (der Vorsitzende, der Klassenlehrer, die Fachlehrer).
Zum letzten Schuljahr gehören die Bandweihe (stužkovací ples), die Fototafel (tablo), der letzte Schultag (poslední zvonění), die Vorbereitungswoche vor der mündlichen Prüfung und die feierliche Übergabe der Abiturzeugnisse.
Das deutsche Schulsystem
Das Schulwesen ist in Deutschland Sache der Bundesländer, deshalb gibt es Unterschiede zwischen ihnen – auch die Ferien hat jedes Land zu einer anderen Zeit (damit keine Staus auf den Autobahnen entstehen). Das Schuljahr dauert von August oder September bis Juni oder Juli.
- Der Kindergarten (3–6 Jahre) ist freiwillig.
- Die Grundschule besuchen alle Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse (in Berlin und Brandenburg bis zur 6.). Dann entscheidet man, welche Schule das Kind weiter besucht:
- Die Hauptschule (5.–9./10. Klasse) endet mit dem Hauptschulabschluss und führt zu einer Berufsausbildung.
- Die Realschule (5.–10. Klasse) bereitet auf höher qualifizierte Berufe vor; ihr Abschluss heißt die mittlere Reife.
- Das Gymnasium (5.–12. oder 13. Klasse) endet mit dem Abitur (dem „Reifezeugnis“), das zum Studium an der Universität berechtigt. Jeder Gymnasiast lernt mindestens zwei Fremdsprachen. In der Oberstufe wählt man Grund- und Leistungskurse.
- Die Gesamtschule verbindet alle drei Schultypen; man kann hier jeden Abschluss machen. In vielen Ländern sind Haupt- und Realschule heute zu einer Schule zusammengelegt.
- Das duale System: Die Lehrlinge (Auszubildende, „Azubis“) gehen ein bis zwei Tage pro Woche in die Berufsschule, an den anderen Tagen lernen sie den Beruf im Betrieb. Es gibt über 300 anerkannte Ausbildungsberufe, die Ausbildung dauert zwei bis dreieinhalb Jahre.
- Hochschulen: Universitäten, Technische Hochschulen und die praxisorientierten Fachhochschulen. Die älteste deutsche Universität ist die in Heidelberg (1386). Für beliebte Fächer (z. B. Medizin) gibt es Zulassungsbeschränkungen (Numerus clausus). Das Studium endet mit dem Bachelor oder dem Master, danach kann man promovieren. An staatlichen Hochschulen gibt es meistens keine Studiengebühren.
- Wer etwas versäumt hat, kann auf einem Abendgymnasium das Abitur nachholen. Die Volkshochschulen bieten Abendkurse für Erwachsene an (Sprachen, Computer, Kunst …).
Die Notenskala in Deutschland geht von 1 bis 6: 1 – sehr gut, 2 – gut, 3 – befriedigend, 4 – ausreichend, 5 – mangelhaft, 6 – ungenügend. Mit den Noten 1–4 hat man ein Fach bestanden. Wer zwei Fünfen oder eine Sechs im Zeugnis hat, muss meistens sitzen bleiben, d. h. die Klasse wiederholen. Die Schüler bekommen zweimal im Jahr ein Zeugnis.
Unsere Schule
Bei der Beschreibung der eigenen Schule kann man so vorgehen:
- Was für eine Schule ist es (Gymnasium, Fachschule – welche Fachrichtung)? Seit wann gibt es sie? Wie viele Klassen, Schüler und Lehrer hat sie?
- Das Gebäude: wie viele Stockwerke; im Erdgeschoss die Garderoben, das Sekretariat, das Büro des Direktors; in den Stockwerken die Klassenzimmer, die Fachräume (für Chemie, Physik, Biologie, Sprachen), die Computerräume, das Lehrerzimmer, die Bibliothek; die Turnhalle, die Schulkantine, der Schulhof.
- Die Fächer: Pflicht- und Wahlfächer, Seminare; was mir Spaß macht und was nicht.
- Das Schulleben: Klassenfahrten, der Skikurs, Ausflüge, Wettbewerbe, Austausche mit dem Ausland, außerschulische Aktivitäten.
Fremdsprachen
Fremdsprachen sind heute sehr wichtig – für die Arbeit, für das Studium, auf Reisen, im Internet und für Kontakte mit Menschen aus anderen Ländern. Deutsch ist die meistgesprochene Muttersprache in der EU, Deutschland und Österreich sind unsere Nachbarn und wichtige Handelspartner. Fremdsprachen lernt man am besten im Ausland, im Gespräch mit Muttersprachlern, durch Filme, Musik, Bücher und im Internet.
Wortschatz
- e Schulpflicht – povinná školní docházka, zur Schule gehen, eine Schule besuchen / absolvieren
- s Fach (Fächer) – předmět, r Stundenplan – rozvrh, e Stunde – hodina, e Pause – přestávka
- e Note / e Zensur – známka, s Zeugnis – vysvědčení, eine Eins bekommen – dostat jedničku
- lernen – učit se, studieren – studovat (VŠ), auswendig lernen – učit se nazpaměť, wiederholen – opakovat
- eine Prüfung ablegen / bestehen / nicht bestehen (durchfallen), das Abitur machen
- abschreiben – opisovat, einsagen / vorsagen – napovídat, die Schule schwänzen – chodit za školu
- r Klassenlehrer – třídní učitel, r Direktor, r Hausmeister – školník, r Mitschüler – spolužák
- e Ausbildung – vzdělání, příprava na povolání, e Lehre – učení (v oboru), r Lehrling / r Auszubildende – učeň
- Übung macht den Meister. – Cvičení dělá mistra. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. – Učený z nebe nespadl.
Fragen
- Beschreiben Sie das tschechische Schulsystem.
- Wodurch unterscheidet sich das deutsche Schulsystem vom tschechischen?
- Beschreiben Sie Ihre Schule. Welche Fächer haben Sie gern und welche nicht?
- Wie sieht das Abitur bei uns aus?
- Welche Fremdsprachen sprechen Sie? Warum ist es wichtig, Fremdsprachen zu lernen?
- Was möchten Sie nach dem Abitur machen?
- Wie stellen Sie sich eine ideale Schule, einen idealen Lehrer und einen idealen Schüler vor?
- Was könnte man in unserem Schulwesen ändern? Sollte man für das Studium bezahlen?