Tschechien als Reiseland, Sehenswürdigkeiten auf der UNESCO-Welterbeliste
weltbekannte Veranstaltungen, beliebte Souvenirs
Prag (siehe das nächste Thema)
Lage und Bevölkerung
Die Tschechische Republik (kurz Tschechien) ist ein kleines Binnenland in Mitteleuropa – man sagt auch „im Herzen Europas“. Sie liegt in der gemäßigten Klimazone und hat eine Fläche von 78 864 km².
Sie grenzt an vier Staaten: im Norden an Polen, im Süden an Österreich, im Westen an Deutschland (die längste Grenze) und im Osten an die Slowakei (die kürzeste Grenze).
Sie besteht aus drei historischen Teilen: Böhmen, Mähren und Schlesien.
Sie hat etwa 10,3 Millionen Einwohnerúdaj z doby vzniku textu; dnes asi 10,9 milionu. Neben Tschechen, Mährern und Schlesiern leben hier auch Minderheiten – Slowaken, Polen, Deutsche, Roma und andere.
Die Hauptstadt ist Prag (Praha) mit etwa 1,2 Millionen Einwohnern dnes asi 1,4 milionu.
Landschaft
Das Land ist überwiegend gebirgig; die Gebirge bilden eine natürliche Grenze: der Böhmerwald (Šumava) im Süden mit Mooren und Gletscherseen (der Schwarze See, der Teufelssee), das Erzgebirge im Westen, das Riesengebirge im Norden, das Isergebirge und das Adlergebirge an der Grenze zu Polen, das Altvatergebirge und die Beskiden in Nordmähren.
Der höchste Berg ist die Schneekoppe (Sněžka, 1602 m) im Riesengebirge.
Die größte Fläche nimmt die Böhmisch-Mährische Höhe ein, die Böhmen mit Mähren verbindet.
Touristisch interessant sind Sandsteinfelsen und Felsenstädte in der Böhmischen Schweiz und im Böhmischen Paradies und die Karstgebiete mit Tropfsteinhöhlen – am bekanntesten ist der Mährische Karst mit dem unterirdischen Fluss Punkva und der 138 m tiefen Schlucht Macocha.
Gewässer und Kurorte
Die Elbe entspringt im Riesengebirge, verlässt das Land bei Hřensko und mündet bei Hamburg in die Nordsee. Die Oder fließt in die Ostsee. Dank dieser schiffbaren Flüsse kann das Binnenland Seehäfen nutzen.
Die March (Morava) mit der Thaya fließt in die Donau – so hat Tschechien auch eine Verbindung zum Schwarzen Meer.
Der längste Fluss ist die Moldau (Vltava), sie mündet in die Elbe. An der Moldau gibt es Talsperren, die Strom liefern und zugleich Urlaubsgebiete sind: Lipno, Orlík, Slapy.
In Südböhmen gibt es viele Teiche mit Fischzucht (Karpfen), der größte ist Rožmberk.
Tschechien ist reich an Mineral- und Heilquellen. Weltberühmt sind die westböhmischen Kurorte Karlsbad (Karlovy Vary), Marienbad (Mariánské Lázně) und Franzensbad (Františkovy Lázně), in Mähren Luhačovice.
Wirtschaft
Das Land ist nicht reich an Bodenschätzen (Braun- und Steinkohle), gehört aber zu den ältesten Industrieregionen Europas.
Wichtige Industriezweige: Maschinenbau (Prag, Brünn, Pilsen), Automobilindustrie (Škoda in Mladá Boleslav), Hüttenwesen (Ostrava), Chemie-, Textil-, Holz- und Lebensmittelindustrie.
Traditionelle Exportwaren: Glas (Nový Bor), Bijouterie (Jablonec nad Nisou), Porzellan (Karlsbad), Bier (Pilsner Urquell, Budweiser Budvar), Bleistifte aus Budweis, Streichhölzer aus Sušice.
Landwirtschaft: in den Tiefebenen an der Elbe und an der March baut man Getreide, Zuckerrüben, Mais und Hopfen an, in Südmähren Wein; wichtig ist auch die Viehzucht.
Wichtig sind auch das Bauwesen, die Dienstleistungen und der Fremdenverkehr.
Staat
Die Tschechische Republik entstand am 1. Januar 1993 als einer von zwei Nachfolgestaaten der Tschechoslowakei. Sie ist ein demokratischer Rechtsstaat.
Staatsoberhaupt ist der Präsident, er wird für fünf Jahre gewählt od roku 2013 přímo občany, dříve parlamentem. Er ernennt den Ministerpräsidenten (Premier), der die Regierung zusammenstellt.
Die Regierung hat die exekutive Macht, das Parlament die legislative. Das Parlament hat zwei Kammern: das Abgeordnetenhaus (200 Abgeordnete, Wahl alle vier Jahre) und den Senat (81 Senatoren, alle zwei Jahre wird ein Drittel gewählt). Wählen darf jeder Bürger ab 18 Jahren.
Die Nationalflagge: zwei waagerechte Streifen – oben weiß, unten rot – und ein blauer Keil. Die Währung ist die Tschechische Krone (Kč).
Staatsfeiertage: der 1. Januar (Tag der Erneuerung des selbstständigen tschechischen Staates), der 28. Oktober (Entstehung der Tschechoslowakei 1918), der 17. November (Tag des Kampfes für Freiheit und Demokratie).
Seit 1999 ist Tschechien Mitglied der NATO, seit 2004 der Europäischen Union.
Geschichte in Stichpunkten
7. Jh. – das Reich des Samo, ein Bund slawischer Stämme
9. Jh. – das Großmährische Reich; 863 kommen die Missionare Kyrill und Method
10. Jh. – ein einheitlicher böhmischer Staat unter den Přemysliden
14. Jh. – die Luxemburger auf dem böhmischen Thron; Höhepunkt unter Karl IV. (Karlsuniversität 1348, Karlsbrücke)
15. Jh. – Jan Hus kritisiert die Kirche, 1415 in Konstanz verbrannt; die Hussitenbewegung
1526 – Ferdinand von Habsburg wird böhmischer König, die böhmischen Länder werden Teil der Habsburgermonarchie
1620 – Schlacht am Weißen Berg, 1621 Hinrichtung der 27 böhmischen Herren
1918 – die Tschechoslowakische Republik, erster Präsident T. G. Masaryk
1938 – das Münchner Abkommen, die Grenzgebiete fallen an Hitlerdeutschland
1939–1945 – das Protektorat Böhmen und Mähren
1948 – die Kommunisten übernehmen die Macht, ein totalitärer Staat
1968 – der Prager Frühling unter A. Dubček, im August Besetzung durch Armeen des Warschauer Paktes, danach die „Normalisierung“
17. November 1989 – die Polizei greift eine Studentendemonstration an, es folgt die Samtene Revolution; das Bürgerforum, Václav Havel wird Präsident
1990 – die ersten freien Wahlen
1. Januar 1993 – Teilung in die Tschechische und die Slowakische Republik
Tschechien als Reiseland
Natur: Wandern und Wintersport in den Bergen; Baden, Angeln und Wasserwandern an Flüssen, Stauseen und Teichen
Kultur: Burgen, Schlösser, Klöster, Museen, Freilichtmuseen, Städte unter Denkmalschutz
UNESCO-Welterbe, z. B.: das historische Zentrum von Prag, Český Krumlov, Telč, Kutná Hora, die Kirche des hl. Johannes von Nepomuk auf dem Grünen Berg (Zelená Hora), Lednice-Valtice, die Villa Tugendhat in Brünn, die westböhmischen Kurorte
Veranstaltungen: das Internationale Filmfestival in Karlsbad, das Musikfestival Prager Frühling, Messen in Brünn