Themen
- Bücherlesen, Literaturgenres
- die Pflichtlektüre, mein Lieblingsbuch
- Bibliotheken
- deutschsprachige Schriftsteller, Nobelpreisträger für Literatur
Lesen
Manche Menschen lesen sehr gern, viel und fast überall: im Bett vor dem Einschlafen, im Sessel, in der Badewanne, in der U-Bahn, im Urlaub am Strand. Andere lesen nur, was sie für die Schule lesen müssen – die Pflichtlektüre.
Warum sollte man lesen? Es gibt ja neue Medien, die die Bücher angeblich ersetzen. Aber das Lesen bildet, macht Spaß, regt die Fantasie an (man kann sich seine eigene Welt erschaffen), man lernt die richtige Rechtschreibung und erweitert seinen Wortschatz, und es hilft auch beim Lernen von Fremdsprachen. Ein gutes Buch fesselt einen bis zum Schluss – man kann es nicht mehr aus der Hand legen. Man sollte aber nicht zu schnell lesen: Interessant ist nicht nur die Geschichte, sondern auch die stilistischen Mittel, die Struktur des Werkes und die Charakteristik der Gestalten. In Büchern sucht man Unterhaltung, Entspannung, aber auch Belehrung und Rat.
Woher bekommt man Bücher? Man kauft sie in der Buchhandlung, günstiger im Antiquariat oder im Internet, man bekommt sie geschenkt, leiht sie bei Freunden oder in der Bibliothek aus oder liest E-Books auf dem E-Reader. Manche Familien haben eine große Hausbibliothek, oft von den Großeltern geerbt.
Literaturgenres: r Roman (historischer, psychologischer, utopischer, Liebes-, Abenteuer-, Kriminalroman), e Erzählung, e Novelle, e Kurzgeschichte, s Märchen, e Sage, e Fabel, e Reisebeschreibung, e Biografie, s Gedicht, e Gedichtsammlung, s Drama, e Komödie, e Tragödie, Science-Fiction, Fantasy, r Comic, s Sachbuch – naučná kniha.
Die Bibliothek
Wer Mitglied der Stadtbibliothek werden will, muss sich anmelden (seine Personalien eintragen), sich mit der Ausleihordnung bekannt machen und eine kleine Gebühr bezahlen. Dann bekommt man einen Leserausweis. In der Bibliothek kann man Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, CDs und Filme ausleihen; die Bücher aus dem Präsenzbestand (Lexika, Wörterbücher) darf man nur im Lesesaal lesen. Man muss die Ausleihfrist einhalten, sonst zahlt man eine Mahngebühr. Wenn man etwas nicht findet, hilft die Bibliothekarin. Die Bibliothek bietet auch Computer mit Internet, einen Kopierer und organisiert Veranstaltungen: Ausstellungen, Autorenlesungen, Filmabende, Vorträge und literarische Wettbewerbe. Viele Bibliotheken haben heute auch einen Online-Katalog und elektronische Bücher.
Deutschsprachige Schriftsteller
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)
- geboren in Frankfurt am Main, gestorben in Weimar
- studierte Jura in Leipzig und Straßburg, lebte und wirkte in Weimar (Minister am Hof), beschäftigte sich auch mit Naturwissenschaften, Malerei und Kunsttheorie
- der Sturm und Drang (eine Reaktion gegen den Rationalismus der Aufklärung): die Dramen „Götz von Berlichingen“ und „Egmont“, das Gedicht „Prometheus“, der Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“
- 1786–1788 lebte er in Italien: das Drama „Iphigenie auf Tauris“, „Römische Elegien“
- die Weimarer Klassik (Freundschaft mit Schiller, 1794–1805): die Ballade „Erlkönig“, das Epos „Hermann und Dorothea“
- am Ende des Lebens: die „Marienbader Elegie“ und die Tragödie „Faust“, an der er fast 60 Jahre arbeitete
Friedrich Schiller (1759–1805)
- Professor für Geschichte in Jena, lebte in Weimar
- Sturm und Drang: die Dramen „Die Räuber“ und „Kabale und Liebe“
- historische Dramen: „Don Carlos“ (spanische Geschichte), die Wallenstein-Trilogie (der Dreißigjährige Krieg, teilweise in Böhmen), „Maria Stuart“ (englische Geschichte), „Die Jungfrau von Orleans“, „Wilhelm Tell“
- Gedichte und Balladen: „Das Lied von der Glocke“, „An die Freude“ (vertont in Beethovens 9. Sinfonie)
Thomas Mann (1875–1955)
- geboren in Lübeck, gestorben in der Schweiz; lebte in München, emigrierte 1933, 1936 bekam er die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft, dann lebte er in den USA; Nobelpreis 1929
- Werke über die Problematik des Künstlers in der bürgerlichen Gesellschaft: die Novellen „Tonio Kröger“, „Der Tod in Venedig“
- mit autobiografischen Zügen: der Roman „Buddenbrooks“ (der Verfall einer bürgerlichen Familie)
- „Der Zauberberg“, die Novelle „Mario und der Zauberer“ (eine Warnung vor dem Faschismus), die Tetralogie „Joseph und seine Brüder“, „Lotte in Weimar“, „Doktor Faustus“
Lion Feuchtwanger (1884–1958)
- geboren in München, gestorben in den USA; studierte Philosophie und Literatur
- als Jude und Antifaschist musste er 1933 emigrieren (Frankreich, USA); einer der aktivsten antifaschistischen Schriftsteller
- historische Romane: „Jud Süß“, „Die Jüdin von Toledo“, die Josephus-Trilogie, „Der falsche Nero“, „Goya“, „Narrenweisheit“ (über J. J. Rousseau), „Die Füchse im Weinberg“
- die Romantrilogie „Der Wartesaal“ (u. a. „Erfolg“, „Die Geschwister Oppermann“, „Exil“)
Franz Kafka (1883–1924)
- deutschsprachiger Schriftsteller aus Prag
- in seinem Werk mischt sich soziales Mitleid mit tiefer Verzweiflung über die Ohnmacht des Menschen in einer Gesellschaft, die von der Bürokratie beherrscht wird
- die Erzählung „Die Verwandlung“, die unvollendeten Romane „Der Process“, „Das Schloss“ und „Amerika“ (Der Verschollene)
Egon Erwin Kisch (1885–1948)
- Journalist aus Prag, bereiste die ganze Welt, „der rasende Reporter“
- Bücher von Reportagen: „Paradies Amerika“, „Landung in Australien“, „Prager Pitaval“, „Marktplatz der Sensationen“
Rainer Maria Rilke (1875–1926) ve skenu 1928
- Lyriker aus Prag, ein großer Individualist, der sich nicht mit politischen Problemen beschäftigte und in Isolation lebte
- „Das Stunden-Buch“, „Duineser Elegien“, „Die Sonette an Orpheus“
Nobelpreisträger für Literatur aus den deutschsprachigen Ländern (Auswahl): Gerhart Hauptmann (1912), Carl Spitteler (1919), Thomas Mann (1929), Hermann Hesse (1946), Heinrich Böll (1972), Günter Grass (1999), Elfriede Jelinek (2004), Herta Müller (2009), Peter Handke (2019). Der tschechische Nobelpreisträger ist Jaroslav Seifert (1984).
Mein Lieblingsbuch
So kann man sein Lieblingsbuch vorstellen (am besten mit dem Ziel, es den Mitschülern zu empfehlen):
- Grundinformationen über den Autor – wann und wo er lebte, was er sonst geschrieben hat
- das Genre, die Form, die erste Ausgabe, die Übersetzung
- der Inhalt: wo und wann die Handlung spielt, ob sie chronologisch oder rückblickend erzählt wird
- die Hauptfigur und die anderen Gestalten, ihre Charakteristik
- das Thema und die Grundidee, die stilistischen Mittel
- meine Meinung: was mir gefallen hat und was nicht, im Vergleich mit Rezensionen oder der Verfilmung; eine begründete Empfehlung
Ein Beispiel: Mein Lieblingsschriftsteller ist der Engländer J. R. R. Tolkien. Er wurde 1892 in Südafrika geboren, seine Kindheit verbrachte er in England; ab 1925 war er Professor in Oxford. Seine Bücher sind Märchen für Erwachsene – man nennt das Genre Fantasy. Zuerst habe ich die Trilogie „Der Herr der Ringe“ gelesen; der erste Band hat mir sehr gefallen, und weil die anderen zwei damals noch nicht übersetzt waren, habe ich „Der Hobbit“ gelesen, der mir weniger gefiel. Ich habe auch das „Silmarillion“ gelesen. Heute versuche ich, seine Bücher im Original auf Englisch zu lesen. Ein anderer Autor, den ich liebe, ist der Ire C. S. Lewis (1898–1963), Tolkiens Freund, der in Oxford und Cambridge lehrte. Von ihm habe ich „Dienstanweisung für einen Unterteufel“ (The Screwtape Letters), „Die große Scheidung“ und „Die Chroniken von Narnia“ (sieben Bände) gelesen.
Wortschatz
- lesen, vorlesen – předčítat, durchblättern – prolistovat, s Buch, r Band – svazek, r Umschlag – obal
- r Schriftsteller / r Autor, r Dichter – básník, r Leser, s Werk, e Handlung – děj, e Gestalt / e Figur – postava
- spannend – napínavý, langweilig, lustig, traurig, lehrreich – poučný
- e Bibliothek, ausleihen / zurückgeben, r Leserausweis – čtenářský průkaz, e Buchhandlung – knihkupectví
- e Pflichtlektüre – povinná četba, e Lieblingslektüre, e Verfilmung – zfilmování
Fragen
- Lesen Sie gern? Wann, wo und was lesen Sie?
- Welche Literaturgenres kennen Sie? Welche lesen Sie am liebsten?
- Was halten Sie von der Pflichtlektüre?
- Woher bekommen Sie Bücher? Wie wird man Mitglied einer Bibliothek?
- Warum sollte man Bücher lesen? Können neue Medien die Bücher ersetzen?
- Welche deutschsprachigen Schriftsteller kennen Sie? Was haben sie geschrieben?
- Welche deutsch geschriebenen Bücher haben Sie gelesen?
- Stellen Sie Ihr Lieblingsbuch vor.